Handelsplattformen im Forexhandel

Für Forexbroker gibt es bei der Wahl der Handelsplattformen zwei Möglichkeiten. Entweder greifen sie auf bestehende, unternehmensübergreifende Plattformen von Drittanbietern zurück oder sie lassen hauseigene Produkte entwickeln. In der Mehrzahl haben sich die Broker jedoch dazu entschieden, auf bereits bestehende Plattformen zurückzugreifen. Bei den Drittanbietern hat sich die zyprische Metaquotes Software Corporation mit ihrer Plattform MetaTrader 4 faktisch als Standard etabliert. Die seit 2009 erhältliche Variante MetaTrader 5 betrachtet das Unternehmen jedoch nicht als Nachfolger, sondern als Alternative zu MT 4. Neben den klassischen Handelsplattformen setzt  sich zur Zeit auch noch eine andere Option am Markt durch, die sozialen Tradernetzwerke. Diese Variante verknüpft die Funktionen einer Handelsplattform mit den Funktionen der bekannten sozialen Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Ziel ist es, die Trader untereinander zu vernetzen und im Rahmen einer Community gerade Neulingen den Einstieg so einfach wie möglich zu gestalten. Mit Copy-Funktionen versehen, ermöglichen sie das einfache Kopieren der Trades anderer Mitglieder aus der Community. Das erste und bekannteste soziale Tradernetzwerk stammt aus Israel und ist unter dem Namen eToro bekannt. Das Netzwerk basiert auf der hauseigenen Plattform Webtrader. Interessiert ihr euch mehr für das Software-Angebot für Binär-Optionen Handel, dann wird euch sicher dieser Artikel bei DigitalOptionen.com interessieren.

MetaTrader 4 – inzwischen schon Standard

Die Plattform MetaTrader 4 wird inzwischen von fast allen Brokern, die im CFD-, Forex- und Futureshandel zu Hause sind, verwendet. Das Tool wurde von der zyprischen Metaquotes Software Corporation entwickelt und erstmals im Jahr 2005 vorgestellt.

MetaTrader 4 – die Eine-für-alle Plattform

MT 4 basiert auf einer eigenen Skriptsprache und ermöglicht es, individuell Tools in jeder Sprache dieser Welt zu erstellen, die für den Handel benötigt werden. Der eigene Editor ermöglicht die Erstellung von Handelssystemen und Indikatoren. Die Brokerhäuser, die MT 4 einsetzen, haben die Plattform soweit auf ihre Unternehmen individualisiert, dass im Grunde keine Anwendung der anderen ähnelt. Erstmalig wurde MT 4 im Jahre 2005 gelaunched. Die Plattform ermöglicht den Zugriff auf kostenlose Echtzeitkurse für Devisen, CFDs, Futures und Anleihen, wurde aber speziell für den außerbörslichen Handel gestaltet. Die Orders können bei MT 4 direkt aus dem Kurschart heraus aufgegeben werden. Für MT 4 existieren unzählige Expert Advisors, die als zusätzliche Tools integriert oder in der offenen Programmiersprache MQL selbst entwickelt werden können. Damit wird aus der Plattform ein vollautomatisches Handelssystem, welches auch Features wie Stopp-Loss berücksichtigt. Die Möglichkeit, die Plattform zu individualisieren, ist jedoch nicht nur dem Broker vorenthalten. Die Trader selbst können durch die Einbindung von diversen Tools die Oberfläche auch grafisch so gestalten, wie sie es wünschen und das „Look and Feel“ für die eigenen Bedürfnisse optimieren. Ursprünglich war der MetaTrader rein für Windows konzipiert und funktionierte ab der Version Windows 95. Durch entsprechende Apps kann der MT aber auch auf iOS laufen. Metaquotes stellt darüber hinaus auch spezielle Apps für den mobilen Betrieb auf Android-, Windows- und iOS-basierten mobilen Endgeräten zur Verfügung.

MetaTrader4

MetaTrader 5 – das breitere Handelsangebot

Während der MT 4 nur für den Derivatehandel gedacht ist, ermöglicht der MT 5 auch den Einstieg in den Aktienhandel. Mit dieser Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten zeigt Metaquotes, dass das Unternehmen als Hersteller von Handelsplattformen noch viel vor hat.

MT 5 auf den börslichen Handel ausgerichtet

Im Jahr 2009 wurde erstmals die Beta-Version des MT 5 vorgestellt, die allerdings bei den meisten Brokern nur als Plattform für das Demokonto ein Schattendasein führte. MT 5 bedeutet für die Broker eine kostenintensive Umstellung der Server und CRM-Tools. Als zusätzliche Herausforderung gilt der Umstand, dass die Handelssysteme des MetaTrader 4 nicht auf MT 5 laufen. Metaquotes hat daher angekündigt, eine Harmonisierung der beiden Plattformen voranzutreiben. Damit wird MT 5 nicht der Nachfolger, sondern beide Systeme sollen gleichermaßen parallel angeboten werden. Die ersten Broker setzen MT 4 und MT 5 bereits parallel auf verschiedenen Handelskontomodellen ein. MT 5 bietet, im Gegensatz zu MT 4, die Möglichkeit, auch direkt an der Börse zu handeln und kann damit auch für den klassischen Aktienhandel eingesetzt werden. Mit der Programmiersprache MQL 5 wurde eine Sprache erschaffen, die eine wesentlich schlankere Programmierung zulässt und es darüber hinaus ermöglicht, grafische Objekte direkt in der Benutzeroberfläche anzuzeigen. Die Geschwindigkeit der Orderausführung wurde von 1.500 Millisekunden auf 1.000 Millisekunden reduziert. Durch den direkten Zugang in den Markt ermöglicht es MT 5 den Tradern, auf eine größere Liquidität zugreifen zu können.

MetaTrader5

MT 4 oder doch lieber MT 5?

Beide Handelssysteme, MT 4 und MT 5, haben ihre Vorteile. Die Zigtausende von Apps für MT 4 bieten eine große Auswahl, den Handel zu personalisieren und die gesamte Nutzeroberfläche an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Dafür bietet MT 5 auch den Handel mit Aktien und eine deutlich schnellere Ausführung. Diese wird durch neue Handelsmodelle, beispielsweise Stop-Limit-Buy oder Stop-Limit-Sell ergänzt. Die ersten Broker haben allerdings erkannt, dass künftig bei der Auswahl der Handelsplattform nicht die Frage MT 4 oder MT 5 gilt, sondern dass sie ihren Kunden sowohl MT 4 als auch MT 5 zur Verfügung stellen sollten, wenn sie den wachsenden Ansprüchen der Anleger gerecht werden wollen.

eToro – das open book

eToro wurde im Jahr 2007 in Tel Aviv gegründet und etablierte das erste soziale Tradernetzwerk. Im Gegensatz zu anderen Brokern basiert die Handelsplattform darauf, dass die Trader in vollem Umfang miteinander kommunizieren können. Das open book, Bestandteil der Plattform, hat dabei einen besonderen Reiz. Anleger können ihre Trades im open book veröffentlichen. Andere Trader haben jetzt die Möglichkeit, im open book Trades herauszufiltern, die ihnen zusagen. Dabei stehen unterschiedliche Filter zur Auswahl, beispielsweise die Trader mit der höchsten Erfolgsquote nach Trades oder mit den höchsten Gewinnen. Der Web Trader, die Handelsplattform von eToro, wurde im Jahr 2011 um die Funktion des Copy Trader ergänzt. Diese Funktion ermöglicht es, den gewünschten Trade direkt zu übernehmen und nicht nur „abzuschreiben“. Wird ein Trade kopiert und endet im Geld, profitiert derjenige, der den Trade eingestellt hat, auch von dem Gewinn seines followers. Erfolgreiche Anleger erwirtschaften damit nicht nur durch die eigenen Einsätze einen Gewinn, sondern parallel dazu auch durch die Einsätze der anderen Trader. Beim Web Trader und bei open book handelt es sich nicht um eine Applikation einer anderen Handelsplattform, sondern um eine Eigenentwicklung der Gründer Yoni und Ronen Assia und David Ring. Im Gegensatz zu anderen Handelsplattformen wird der Web Trader und damit auch das Open Book nicht als webbasierte Plattform, sondern ausschließlich als Download zur Verfügung gestellt. Für den Einsatz von unterwegs stehen ebenfalls Apps für mobile Endgeräte mit Android- oder iOS-Betriebssystem zum Download bereit.

Neben den Trades im Open Book ist von jedem Trader ein ausführliches Profil hinterlegt, welches die Historie und Erfolge, aber auch Misserfolge des Einzelnen widerspiegelt. Wer den Copy Trader nutzen möchte, will natürlich sichergehen, dass er nicht einen Anleger kopiert, der nur ein oder zwei Monate erfolgreich war, sondern über eine langfristige positive Bilanz verfügt.

Openbook