Ask

Mit dem Ask- oder Briefkurs wird eine Währung einem anderen Marktteilnehmer zum Kauf angeboten. Der Ask-Kurs beziffert den Preis, zu dem ein Trader bereit ist, seine Währung gegen eine andere zu verkaufen. Hintergrund für die Motivation des Verkaufs ist die Annahme, dass die Basiswährung im Kurs nachgeben wird und die Gewinnmarge schmilzt. Andere Bezeichnungen für den Ask-Preis lauten Buy Price oder Offer Price.

Bid

Der Bid- oder Geldkurs entspricht dem Kurs, zu dem eine Währung einem anderen Marktteilnehmer abgekauft werden soll. Der Bid-Preis bezieht sich auf die erste Währung eines Währungspaares. Der Bid- oder auch Sell Price stellt für den Halter einer Währung eine zentrale Größe dar. Anhand dieses Preises kann er berechnen, wie hoch sein Gewinn bei einem sofortigen Verkauf einer Währung sein wird. Der Grund für den Verkauf basiert auf der Einschätzung des Traders, dass die Basiswährung im Vergleich zur zweiten Währung des gehandelten Paares im Preis nachgeben wird.

Briefkurs

Siehe Ask

Dealing Desk

Eine Art des Brokerage, bei dem der Broker selbst die Kurse gegen seine Kunden stellen kann, ohne die Order in den Markt zu leiten. Bei einem Dealing Desk prüft der Broker jede eingehende Kundenorder manuell. Die Folge kann sein, dass er darauf hin den Kurs neu ermittelt, die sogenannte Re-Quote, die in der Regel zuungunsten des Traders ausfällt. In der Folge der neuen Kursfeststellung muss der Trader entscheiden, ob der Handel dennoch ausgeführt werden soll. Broker, die im Rahmen eines Dealing Desks arbeiten, eröffnen gegenläufige Positionen zur Kundenorder, um auf diese Weise selbst einen Gewinn zu erwirtschaften.

Im Dealing Desk tritt der Broker als Market Maker auf. Der Trader will beispielsweise US-Dollars kaufen. Der Dollar notiert bei 1,05 Euro. Der Broker setzt den Kurs auf 1,00 Euro fest, die Order wird ausgeführt, der Broker stellt die Gegenposition. Anschließend fällt der Euro auf 0,99 Cent im Dealing Desk. Die Order wurde nicht in den Markt weitergeleitet, dies ist bei einem Dealing Desk nicht zwingend notwendig. Der Vorteil bei einem Dealing Desk liegt allerdings darin, dass der Broker mit einem fixen Spread arbeitet, während Non-Dealing Desk Broker auch mit variablen Spreads arbeiten.

Forex

Devisenhandel im Rahmen eines Hebelgeschäftes, auch als FX-Handel bezeichnet. Das Besondere am Forexhandel, im Gegensatz zum Spothandel, ist, dass der Trader nicht die Währung an sich erwirbt, sondern nur ein abstraktes Recht daran. Dieses Hilfsmittel, der Basiswert, bildet jedoch die Entwicklung des gewählten Währungspaares eins zu eins nach. Dadurch wird der Forexhandel zu einer Variante des Derivatehandels. Für einen Trade selbst muss auch nicht das gesamte Volumen der gehandelten Währung erworben werden. Der Trader hinterlegt lediglich eine Sicherheitsleistung, die Margin. Diese ergibt sich als Prozentsatz aus dem vom Broker für den jeweiligen Trade zugrunde gelegten Hebel. Verläuft der Trade in die gewünschte Richtung, partizipiert der Anleger aber in voller Höhe von den Gewinnen. Beträgt das Handelsvolumen 100.000 EURUSD und der Hebel 1 : 200, muss der Trader lediglich 0,5 Prozent, 500 Euro, einsetzen. Läuft der Handel mit einem Prozent Gewinn aus, erhält er 1.000 Euro abzüglich der Kommission für den Broker.

Der Devisenhandel ist der größte Marktplatz der Welt und verzeichnete im Jahr 2013 einen Tagesumsatz von durchschnittlich 5,3 Billionen US-Dollars.

Forexbroker

Spezielle Broker, die es privaten Anlegern ermöglichen, am Devisenhandel teilzunehmen. Unterschieden werden dabei die Broker mit einem Dealing Desk und einem Non-Dealing Desk. Forexbroker unterscheiden sich in Bezug auf die Höhe der Mindesteinlage auf das Handelskonto, in der Höhe der Spreads, der Gebühren, der Höhe des jeweiligen Hebels, der Anzahl der handelbaren Währungspaare und in den Ausbildungsangeboten für Einsteiger. Gerade Neulinge im Forexhandel sollten Wert auf einen Broker legen, der ein kostenloses Demokonto zur Verfügung stellt.

Forexbroker bieten in der Regel auch den Handel mit Differenzkontrakten, sogenannten CFDs, auf Aktien, Indizes und Rohstoffe an. Die Methodik ist identisch zum Forexhandel. Die Finanzdienstleister sind häufig auf Zypern und in Großbritannien angesiedelt, einige wenige Anbieter stammen aus Deutschland. Während die europäischen Broker unter der Aufsicht der Regulierungsbehörden stehen und die Kundengelder im Rahmen der MiFID-Regulierung geschützt sind, finden sich diese Sicherheitskriterien nicht bei den Offshore-Brokern.

Geldkurs

Siehe Ask

Handelsplattform

Grundlage für den Handel. Hier stehen Charts zur Verfügung, die Orderbücher und alle Tools, die für den Handel benötigt werden. Trader haben die Möglichkeit, sich die Plattformen nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu gestalten. Die Plattformen ermöglichen es auch, mehrere Konten parallel zu verwalten. Die populärste Plattform ist der anbieterübergreifende MetaTrader 4. Die Plattform MetaTrader 5 gilt seitens des Herstellers nicht als Nachfolgemodell, sondern als eine Plattform mit übergreifenden Funktionen. Die Broker kommen dem Bedürfnis ihrer Kunden nach Mobilität auch im Forexhandel durch zahlreiche Apps entgegen. Viele Anbieter stellen nicht nur eine browserbasierte Handelsplattform für internetfähige Endgeräte zur Verfügung, sondern darüber hinaus auch auf die Betriebssysteme abgestimmte Applikationen. Spitzenanbieter unterscheiden bei den Apps noch zwischen Anwendungen für das iPad und das iPhone.

Hebel

Auch als Leverage bezeichnet, definiert der Hebel das tatsächlich einzusetzende Kapital. Es handelt sich im Forex um das wichtigste Instrument der Anleger. Sollen 100.000 Einheiten einer Währung bei einem Hebel von 1 : 200 gehandelt werden, beträgt der tatsächliche Einsatz, die Margin, nur 500 Einheiten, 0,5 Prozent. Je höher der Hebel angesetzt wird, um so niedriger ist zwangsläufig der prozentuale Einsatz auf das Handelsvolumen. Mit der Höhe des Hebels steigt jedoch auch das Risiko auf einen Totalverlust. Beträgt der Hebel 0,5 Prozent, der Trade läuft jedoch mit einem Prozent ins Minus, muss der Trader unter Umständen die Differenz nachschießen. Der Hebel ermöglicht es, mit geringen Einsätzen attraktive Renditen zu erwirtschaften, da im Forex die Gewinne meistens aus einer Veränderung der letzten Nachkommastelle resultieren. Bei einem tatsächlichen Handelsvolumen von 500 oder 1.000 Euro würden sich die Gewinne im Bereich von Centbeträgen bewegen, der Forexhandel wäre damit völlig unspektakulär.

Hedging

Unter Hedging verstehen Trader die Absicherung einer Handelsposition durch eine Gegenposition oder einen Optionsdeal. Diese Form des Hedging wird nicht von allen Brokern angeboten. Eine andere Variante des Hedgings ist der Abschluss einer Stopp-Loss-Order oder einer Stopp-Buy-Order. Dabei werden Ankauf respektive Verkauf der Währung initiiert, wenn ein bestimmter, vorgegebener Kurs über- oder unterschritten wurde. Das Verlustrisiko lässt sich auch mit Hedging nicht ganz ausklammern, aber deutlich reduzieren. Eine der beliebtesten Hedgingstrategien basiert darauf, bei ein und demselben Währungspaar sowohl short als auch long zu gehen. Da der Kurs auf jeden Fall eine der beiden Richtungen einschlagen wird, kommt es jetzt nur darauf an, den Verlust aus der zweiten Position so gering wie möglich zu halten, um den Gewinn aus dem anderen Trade zu maximieren.

Limit Order

Die Limit Order wird erst ausgeführt, wenn der Kurs beim Kauf eine bestimmte Obergrenze unterschreitet und beim Verkauf eine vorgegebene Untergrenze überschreitet. Die Ausführung einer Limit Order bedarf neben der Angabe der Höhe des Limits auch den Zeitraum, für den sie gültig sein soll. Entscheidet ein Trader, dass er eine bestimmte Währung zu einem vorher definierten Kurs kaufen oder verkaufen will, hat er zwei Möglichkeiten. Er bleibt vor dem Computer, bis der gewünschte Kurs eintritt, und übt die Order dann aus. Dies wäre eine Market Order. Alternativ gibt er die Daten in die Handelsplattform ein und überlässt die Ausführung dem automatischen Handel.

Eine Variante der Limit Order ist die Stopp-Loss-Order, die ausgeführt wird, wenn ein bestimmter Kurs erreicht wird. Während die Limit Order noch keinen Devisenbestand als Grundlage hat, ist die Stopp-Loss-Order immer an eine bestehende Position gebunden. Bei dieser Orderart handelt es sich um eines der wichtigsten Instrumente zur Verlustminimierung. Limit Orders werden auch häufig in Kombination eingesetzt. Diese Variante, die OCO-Order (Order cancels Order) werden immer zwei Orders parallel aufgegeben, beispielsweise eine Limit Order in Kombination mit einer Stopp-Loss-Order. Sobald die Vorgaben für eine Order eingetreten sind, wird diese ausgeführt und die andere automatisch storniert.

Long

Geht ein Trader eine Longposition ein, spekuliert er auf einen Anstieg der Gegenwährung im gehandelten Währungspaar. Kauft ein Trader eine EURUSD-Position, so geht er „long“.

Lot

Bezeichnet die Standardhandelsgröße von 100.000 Einheiten pro Währung. Einige Broker bieten auch den Handel in der Größenordnung eines Minilot (10.000 Einheiten) und eines Microlot (1.000 Einheiten) an. Das Lot bezieht sich immer auf die Standardwährung eines Trades. Wird beispielsweise ein Lot EURUSD gehandelt, ist die Ausgangslage 100.000 Euro. Je geringer das Handelsvolumen, also Lot, Minilot oder Microlot, ist, um so niedriger ist zum einen der Gewinn, zum anderen natürlich auch das Verlustrisiko.

Margin

Ergibt sich aus dem Hebel und bezeichnet den tatsächlich zu erbringenden Einsatz für den Trade. Die Margin ist im Grunde die wichtigste Bezugsgröße für den Trader, da sie den Einsatz darstellt. Je niedriger die Margin angesetzt ist, um so niedriger ist das gebundene Kapital. Bei der Margin handelt es sich um eine prozentuale Größe. Beträgt der Hebel 1 : 200 und es soll ein Volumen von 100.000 Einheiten gehandelt werden, muss der Trader lediglich 500 Euro, also 0,5 Prozent auf das Handelsvolumen einsetzen. Bei einem positiven Kursverlauf steigt der Gewinn prozentual zur Margin gesehen ebenfalls um so mehr, je größer der Hebel war.

Die Margin hat allerdings auch Auswirkung darauf, wenn ein Trade in die falsche Richtung verläuft. Viele Broker nutzen eine automatisierte Stopp-Loss Funktion. Diese bricht den Trade automatisch ab, wenn der Verlust einen bestimmten Prozentsatz aller offenen Trades eines Anlegers, also der Summe seiner Margins erreicht hat. Hält der Trader mehrere Positionen mit hohem Einsatz offen, steigt die Höhe des Verlustes für das Geschäft, welches eine negative Kursentwicklung hat. Liegt die Summe der Margins für insgesamt fünf Trades bei 1.000 Euro und ein Deal wird bei einem Verlust von 50 Prozent auf alle offenen Trades abgebrochen, liegt der tatsächliche Verlust bei 500 Euro. Beläuft sich die Summe aller offenen Margins auf 2.000 Euro und der Kurs eines Trades fällt ins Bodenlose, macht der Anleger einen Verlust von 1.000 Euro.

Market Order

Bei der Market Order wird der Auftrag sofort zum Bid- oder Askkurs ausgeführt. Bei der Market Order spielen keinerlei Restriktionen in Bezug auf den Kurs eine Rolle. Die Order wird sofort zum dann aktuellen Kurs ausgeführt. Sie birgt diesbezüglich ein Risiko für den Trader, wenn es zum Ausführungszeitpunkt zu einer kurzfristigen Trendumkehr in der Kursentwicklung kommt. Demgegenüber ist die einfache Limit Order die deutlich bessere Alternative, da hier vorgegebene Limits für die Transaktionskurse eine gewisse Sicherheit bieten.

Non-Dealing Desk

Bei der Handelsform des Non-Dealing Desk leitet der Broker die Orders seiner Kunden direkt in den Markt ein. Es stehen somit mehr potenzielle Partner und mehr Liquidität zur Verfügung. Broker, die ein Non-Dealing Desk betreiben, stellen keine Kurse gegen ihre Kunden, sondern agieren als echte Broker. Die Weiterleitung der Order in den Markt bedeutet, dass der Broker tatsächlich nur die Kommission verdient. Sein Interesse liegt darin, dass möglichst viele Umsätze fließen. Auf den Kurs nimmt der Non-Dealing Desk Broker keinen Einfluss. Die Kommission eines Non-Dealing Desk Brokers ist nicht unbedingt fix, variable Spreads sind hier eher an der Tagesordnung.

Order

Kauf- oder Verkaufauftrag an den Broker. Die Orders unterscheiden sich in der Form der Ausführung. Die klassische Order wird als Market Order bezeichnet. Der Auftrag wird sofort zum aktuellen Kurs ausgeführt. Die Limit Order wird nur ausgeführt, wenn das gehandelte Währungspaar ein bestimmtes Kursniveau erreicht hat. Im Fall der Limit Order ist der Trader noch nicht im Besitz des Währungspaares. Bei der Stopp-Loss-Order handelt es sich um einen Sicherungsmechanismus, der nur greift, wenn der Kurs einer gehaltenen Währungsposition ein bestimmtes Kursniveau erreicht. Bei der OCO-Order sind zwei Ordertypen, beispielsweise Limit Order und Stopp-Loss-Order miteinander verknüpft. Die Ausführung der einen Order führt zur automatischen Annullierung der zweiten Order.

Pip

Bezeichnet die kleinste Einheit, in der beim Devisenhandel gerechnet wird. Steigt der Kurs des US-Dollars von 1,3990 auf 1,3995, ergibt sich eine Veränderung von fünf Pips. Die Pips wiederum sind die Grundlage für die Berechnung der Brokercourtage.

Roll-Over

Bei einem Roll-Over wird eine offene Position über den ursprünglichen Fälligkeitszeitpunkt hinaus verlängert. Grundlage für die Berechnung der Kosten für einen Roll-Over ist der Swap. Der Swap wiederum ist die Zinskompensation, die ein Trader an seinen Gegenüber bezahlen muss, wenn er die Währung länger als vereinbart hält. Der Swapzins ergibt sich aus der Zinstabelle, die jeder Währung einen bestimmten Zinssatz zuordnet. Gibt es für das Währungspaar USD YEN einen Roll-Over und der Zins für USD beträgt 1,0 % p.a., der Zinssatz für YEN 0,1 Prozent p.a., beträgt die Roll-Overprämie 0,9 % p.a. .

Short

Geht ein Trader „short“, will er verkaufen und spekuliert er auf einen Kursgewinn der Gegenwährung innerhalb des Währungspaares. Will ein Trader für EUR USD short gehen, spekuliert er auf einen Kursanstieg des Dollars und verkauft daher EUR.

Spread

Unter dem Spread versteht man die Kommission für den Broker, die wiederum aus den Pips errechnet wird. In der Regel ermittelt sich der Spread aus der Höhe des gehandelten Volumens. Die Höhe der Kommission ist wiederum von den gehandelten Währungspaaren abhängig. Standardpaare werden zu günstigeren Konditionen abgerechnet als Exoten. Während im Dealing Desk der Spread feststeht, kann er bei einem Non-Dealing Desk variabel ausfallen. Die absoluten Spreadkosten pro Jahr errechnen sich aus dem Handelsvolumen multipliziert mit dem Spread. Das Produkt wird dann durch zwei geteilt. Die relativen Spreadkosten auf das Jahr gesehen ergeben sich durch die Division der absoluten Spreadkosten durch das Kapital auf dem Handelskonto. Der Vergleich zwischen zwei Brokern in Bezug auf die Rendite ergibt sich durch die Subtraktion von Rendite mit aktuellem Spread + relative Spread-Kosten (aktueller Spread) abzüglich Rendite mit aktuellem Spread – relativen Spread-Kosten (neuer Spread). Grundlage ist dabei der Wechsel von einem Broker, der drei Pips zugrunde legt zu einem Broker, der nur zwei Pips als Grundlage nutzt.

Stopp-Loss

Automatischer Sicherungsmechanismus, der einen Trade abbricht, wenn der Verlust einen bestimmten Prozentsatz der Margin erreicht hat. Dabei wird jedoch nicht die Margin des betreffenden Trades alleine gesehen, sondern alle offenen Positionen des Traders in der Gesamtheit. Je niedriger die Margins aller offenen Positionen eines Traders in der Summe sind, um so früher kommt es zum Abbruch des Trades. Damit reduziert sich automatisch der Verlust. Anleger, die ihre möglichen Verluste so gering wie möglich halten möchten, wählen daher Trades mit möglichst hohem Hebel, um die Margins niedrig zu halten.

Swap

Unter einem Swap versteht man einen Vertrag, bei dem die Handelspartner für einen bestimmten Zeitraum die Währungen tauschen. In diesem Fall zahlt der Trader, der den Swap in Anspruch nehmen möchte, eine Swapprämie, die sich aus der Differenz der Zinsen ergibt, die der jeweiligen Währung zugeordnet sind. Jede Währung ist mit einem eigenen, auf sie abgestellten Zinssatz ausgestattet.